Anlässlich der Finissage des erfolgreichen Symposiums für zeitgenössische Kunst „ASKETISMUS vs. HEDONISMUS“ im Kloster Louka kamen Kunstinteressierte und regionale Akteur zu einem gemeinsamen Austausch zusammen. Das vom Verein Umění do Znojma initiierte Symposium brachte zwölf eingeladene Künstler zusammen. Sie setzten sich mit dem historischen und spirituellen Kontext des ehemaligen Prämonstratenserklosters auseinander und entwickelten ihre Werke direkt vor Ort im Kloster. Der zur Verfügung gestellte Raum wurde damit selbst zum Ausgangspunkt und Bestandteil des künstlerischen Schaffens.
Diese besondere Verbindung zwischen Künstler und Ort soll auch über das Symposium hinaus bestehen bleiben. Bei der Finissage waren mehrere der beteiligten Künstler persönlich anwesend und boten thematische Workshops an – darunter Linolschnitt, Stickerei und kreative Workshops zu einzelnen ausgestellten Werken. Aus dem Symposium entstand damit nicht nur eine Ausstellung, sondern auch ein enger Kontakt zwischen den Künstler, dem Ort und der Öffentlichkeit – mit dem Wunsch und der Aussicht auf weitere Zusammenarbeit.
Nach der Begrüßung durch die Direktorin des Vereins Umění do Znojma und die Kuratorin der Ausstellung gab Herr Architekt Vratislav Zika einen Einblick in die Geschichte und Entwicklung des monumentalen Klosterareals. Besonders interessant waren die ursprünglich geplanten Dimensionen und Nutzungsideen für die weitläufige Anlage. Heute gehört das gesamte Areal der Stadt Znaim – eine langfristige Nutzung für die verschiedenen Gebäude und Räume zu finden, bleibt dabei eine große Herausforderung.
Gleichzeitig zeigt sich, dass schrittweise Öffnung, kulturelle Nutzung und neue Funktionen wichtige Impulse für die Revitalisierung geben können. Die teilweise Öffnung des Areals für Künstler und anschließend für die Öffentlichkeit macht die besondere Architektur und den Genius Loci des Ortes erlebbar und lenkt zugleich Aufmerksamkeit auf das historische Ensemble.
Dass eine solche Entwicklung Zeit braucht, zeigen auch bereits umgesetzte Projekte. Im Rahmen des grenzüberschreitenden INTERREG-Projekts „COL – Zentrum für die Erneuerung des gemeinsamen Kulturerbes“ wurde zwischen 2018 und 2021 die sogenannte Alte Schule im Kloster Louka saniert. Gemeinsam mit der Stadt Retz, wo im selben Projekt der Schüttkasten revitalisiert wurde, entstanden damit zwei Beispiele für die Erneuerung historischer Gebäude und ihre Öffnung für die Öffentlichkeit.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Revitalisierung der ehemaligen Reithalle, die heute als multifunktionaler Kultur- und Gemeindesaal genutzt wird. Mit ihrer hochwertigen Akustik bietet sie Raum für Kulturveranstaltungen und steht gleichzeitig den Bürger und Besucher der Stadt zur Verfügung.
Die Begegnung in Louka zeigte damit nicht nur die Verbindung von Kunst, Geschichte und regionaler Entwicklung, sondern bot auch Raum für Gespräche über den Umgang mit Leerständen und großvolumigen historischen Gebäuden, über mögliche Nutzungen und über weitere grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die Beispiele aus Louka und Retz zeigen, wie durch schrittweise Revitalisierung, neue Nutzungen, kulturelle Aktivitäten und Kooperationen historische Orte wieder stärker mit dem Leben der Region verbunden werden können.



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